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Tritium – Die Leuchtmasse in Uhren

Rolex Explorer Super Luminova

Rolex Explorer II mit Super Luminova (2009)

Bei Uhren und Weckern werden zur Erkennbarkeit des Ziffernblattes in Dunkelheit sogenannte lumineszierende Farben verwendet. Tritium wurde als ein solches Leuchtmittel in Uhren für Ziffernblätter und Indizes sowie für die Uhrenzeiger bekannt. Um es genau zu nehmen: Tritium selbst leuchtet nicht, es dient nur dem Leuchtstoff als Energiequelle. Bis in die 1990er Jahre hinein diente Farbe, die mit Tritium angereichert wurde als Ersatz für Leuchtstoffe, die Radium enthielten. Immer wieder ist der Einsatz von Tritium in Uhren Stoff für Diskussionen. Grund dafür ist seine radioaktive Strahlung. Tritiumlichtgasquellen kennt man bereits seit den 1960er Jahren. Aufgrund der langen Lebensdauer und weil sie keine Energie benötigen sind Produkte mit Leuchtmasse weiterhin beliebt und werden vielseitig eingesetzt: Als Markierungen, beim Militär, beim Angeln, Jagen oder als Schlüsselanhänger u.v.m.

Die Veränderungen der Leuchtmasse in Uhren

  1. RADIUM: Die radioaktive Substanzen, die in den Uhren leuchten, waren bis in die 1960er Jahre Radium- und Promethium-haltige Leuchtfarben. Diese Stoffe werden heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet. Allerdings vor allem, um die Uhrmacher zu schützen, die bei Herstellung und Reparaturen der Uhren einem Risiko ausgesetzt waren.
  2. TRITIUM: Bis in die 1990 Jahre hinein wurde dann Tritium in Uhren verwendet statt radiumhaltiger Leuchtstoffe. Tritium ist ein Betastrahler mit einer geringen Energie von bis zu 19 keV und einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren. Hier kann man das Gesundheitsrisiko gering einschätzen so lange man die Uhren nicht öffnet / mit ihnen arbeitet.
  3. GTLS Tritium H3 Uhren: Inzwischen werden mit Tritiumgas gefüllte Glasröhrchen verwendet. Das Material der Röhrchen ist undurchlässiger für Tritium. Zu beachten ist: Manche Tritium Uhren sind nicht im freien Handel zu haben, da sie bestimmte gesetzliche Bestimmungen nicht erfüllen (Vorgeschriebene Grenze von 1 GBq für Tritium). Trotzdem sind diese nicht gesundheitsgefährdend für Uhrenträger.
  4. SUPER LUMINOVA: Als Ersatz für Tritium wurde Luminova und später Superluminova entwickelt. Dieses ist nicht radioaktiv, benötigt aber eine Leuchtquelle, um aufgeladen zu werden. Der Unterschied von Tritium zu anderen Leuchtstoffen wie Luminova oder Superluminova besteht also darin, dass diese zwar sehr stark leuchten, aber immer durch eine Lichtquelle aufgeladen werden müssen – Ihre Leuchtkraft nimmt mit der Zeit im Dunkeln ab.
Rolex Sea Dweller Tritium (1998)

Rolex Sea Dweller Tritium (1998)

Wie erkennt man die Art der Leuchtmasse in Uhren?

Durch den Ziffernblattaufdruck bei Rolex Uhren kann man erkennen, welche Leuchtmasse beim Zifferblatt verwendet wurde:

  • Vor 1960 / 1963 radioaktives Radium – Beschriftung: SWISS
  • 1960 – 1998 radioaktives Tritium – Beschriftung: SWISS – T < 25
  • 1960 – 1998 radioaktives Tritium (Strahlung noch geringer) – Beschriftung T SWISS T
  • 1983 – 1998 radioaktives Tritium – Weitere Bezeichnungen wie T Swiss T<25 oder σ T-Swiss-T σ
  • 1998 – 2000 nicht radioaktive Leuchtmasse Luminova – Beschriftung: SWISS
  • 2000-2008 nicht radioaktive Leuchtmasse Super Luminova – Beschriftung: SWISS MADE

Tritium Uhren – Bis heute: Unschlagbare Leuchtkraft!

Die Tritiumbeleuchtung in Uhren wird immer wieder diskutiert. Dabei geht es um die leuchtenden Ziffernblätter hochwertiger Uhren, deren Markenzeichen die gute Lesbarkeit ist. Die Indexe sollen auch in dunkler Umgebung immer bestens lesbar sein. Wichtig ist hier, dass die Tritium-Uhren ohne Energiezufuhr leuchten können. Das ist ein wichtiger Teil des Images der Markenuhren. Diese sollen absolut zuverlässig, auch ohne Energiequelle und in Extrem Situationen funktionieren und durch leuchtende Ziffern und Zeiger bestens ablesbar sein.

Die Nachfrage nach Uhren, die mit lumineszierenden Farben für Leuchtziffernblätter ausgestattet sind, ist ungebrochen. Aktuell werden nun völlig unbedenkliche Tritium-Gaslichtquellen für Uhren verwendet. Es handelt sich hierbei um mit Tritium gefüllte Glasröhrchen (Gaseous Tritium Light Sources – GTLS). Die Innenseite dieser Röhrchen ist mit phosphoreszierender Farbe beschichtet, welche durch die Betastrahlen des Tritium zum Leuchten angeregt wird. Das Röhrchen dient als zusätzliche Sicherheit, da es für das Tritium noch weniger durchlässig ist. Ein gesundheitliches Risiko ist hier so gut wie ausgeschlossen. Moderne Tritium Uhren erkennt man an der Bezeichnung H3, T oder T25 auf dem Ziffernblatt.

Auch unter der Bezeichnung „H3 Uhren“ werden diese speziellen Funktionsuhren gesucht. Sie faszinieren durch ihre selbstleuchtende Kraft und sind in der Dunkelheit einfach DER Hingucker! Zudem ist ihre Leuchtkraft enorm hoch. Des Weiterem sind moderne Tritium Uhren absolut robust. Sie sind öl- und wasserresistent und halten größte Temperaturunterschiede aus. Sie bringen eine große Lebensdauer mit und leuchten nach 12 Jahren immer noch mit 50 % Leuchtkraft (was für das menschliche Auge immer noch als hell empfunden wird).

Tritium Uhren sind also auch heute noch vor allem für Uhren-Fans aber auch für Sportler, Abenteurer oder bei Mitarbeitern des Militärs oder bei Sicherheitsdiensten extrem beliebt. Liebhaber solcher Uhren heben vor allem hervor, dass Tritium-Uhren äußerst konstant leuchten und mit der neuen Technik der Gaslichtröhrchen ist zusätzlich eine lange Haltbarkeit möglich. Diese Uhren sind einfach ideal einsetzbar. Man kann sie einfach abends anziehen, auch im Winter unter dicker Kleidung und trotzdem ist sie jederzeit einsatzbereit – immer leuchtend – und das eben ohne aufgeladen werden zu müssen.

Vor- und Nachteile von Tritium in der Übersicht

Vorteile: Nachteile:
Kann gut verarbeitet werden Tritium hat aufgrund der Radioaktivität den Ruf gesundheitsschädlich zu sein – Wenn Tritium austritt und vom Körper aufgenommen wird ist das zu beachten – Das betrifft vor allem Uhrmacher oder Mitarbeiter von Uhrenherstellern
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Selbstleuchtend (unabhängig von Energiezufuhr) / Dauerleuchteffekt Nach 12,3 Jahren lässt die Leuchtkraft nach
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Uhrenliebhaber schätzen die Patina von Vintage Tritium-Uhren – Die Farbe ändert sich in gelb / creme-farben Das Aussehen der Leuchtmasse ändert sich mit der Zeit – Das hängt von Faktoren ab wie: Verarbeitung der Uhr / Wie wurde die Uhr getragen oder gelagert
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Tritium leuchtet im Vergleich mit Luminova länger (Dauerleuchten über viele Jahre), da es keine Lichtquelle zum aufladen braucht, schon nach 30 / 40 Minuten lässt die Helligkeit vom Luminova stark nach Im Vergleich wirkt Luminova (wenn es vorher mit einer Lichtquelle aufgeladen wurde) im ersten Moment deutlich beeindruckender von der Helligkeit her
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Rolex Submariner 16800 Tritium (1984)

Rolex Submariner 16800 Tritium (1984)

Was bedeutet Tritium für Fans authentischer Vintage Uhren?

Tritium ist heute auch für Vintage Uhren Fans ein Riesen Thema. Denn große Uhrenhersteller wie Rolex, Omega oder Tag Heuer haben nach und nach die Verwendung von Tritium eingestellt und somit haben Tritium-Uhren einen weiteren Wert, nämlich durch ihre Rarität erhalten. Viele Uhren-Fans schätzen besonders wenn eine Uhr einen authentischen Charakter mitbringt und eine gewisse Patina entwickelt hat. Das gilt auch für die Farbe der Leuchtzeiger, die sich mit der Zeit, über die Jahre hinweg verändert.

Häufig wird in Foren auch die Frage diskutiert, wann genau die Verwendung von Tritium eigentlich genau aufgehört hat und was passiert wenn die Uhren zur Revision eingeschickt werden. Denn hier könnten Ziffernblätter und Indizes mit anderen Materialien im Nachhinein ersetzt worden sein. Liebhaber und Sammler von Vintage Uhren achten darauf, welche Leuchtmasse bei der Herstellung der Uhr verwendet wurde. Diese ist eben je nach Baujahr der Uhren unterschiedlich.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist zu beachten: Früher verwendete Leuchtmasse unterliegt einem Alterungsprozess! Sehr alte Leuchtmasse vergilbt und wird bröselig. So werden bei einer Uhrenrevision auch häufig Zeiger und Ziffernblatt getauscht. Das erhöht natürlich den Gebrauchswert aber für Fans echter Vintage Uhren, welche die Uhr eher als Sammlerobjekt sehen, kommt es darauf an, die Uhr so ursprünglich wie möglich zu behalten, auch mit alter Leuchtmasse, die eben damals verwendet wurde. Der Austausch von Tritium Ziffernblätter und Zeigern durch Uhrenhersteller wird deshalb immer wieder in Uhrenforen heiß diskutiert.

Tritium in Vintage ROLEX Uhren

Marc Nicolet Uhr Tritium

Marc Nicolet Uhr Tritium

Gerade ROLEX-Uhren wurden im Zusammenhang mit Tritium ausführlich diskutiert, da das Unternehmen aufgrund von EU Richtlinien gezwungen ist, alte und bröselige (somit gefährliche) Tritium Anteile zu entfernen und auch entsprechend zu entsorgen. Das wiederum steht in Konflikt mit dem Wunsch von Uhrensammlern, Uhren original zu erhalten.

Hier muss man auch daran denken, dass Uhrenwerkstätten (egal ob große Unternehmen oder nicht) besondere Richtlinien hinsichtlich Strahlenschutz und Sondermüll-Entsorgung haben. Ob dabei Tritium Teile noch einen Wert besitzen spielt dann keine Rolle. Hier stehen einfach Sicherheit der Mitarbeiter und Funktionalität einer Uhr an erster Stelle.

Bevor eine Uhr von Rolex überarbeitet wird, wird vom Uhrenservice mit dem Kunden verbindlich festgelegt, ob bei einer Uhren-Revision ein Austausch der Leuchtmasse vorgenommen werden kann oder nicht. Hier kann es allerdings auch immer passieren (die Gefahr besteht immer), dass während der Reparaturmaßnamen quasi am offenen Herzen sofort ausgetauscht werden muss, um die Mechanik der Uhr nicht zu gefährden oder eben Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Hier haben ganz klar Sicherheitsaspekte und die Funktionalität der Uhr Vorrang vor dem Wunsch, den authentischen Charakter der Uhr bewahren wollen.

Ist das Tritium in Rolex Uhren gesundheitsschädlich?

Rolex Sea Dweller 1998 (Tritium)

Rolex Sea Dweller 1998 (Tritium)

Strahlenbelastung durch Uhren? Was ist dran? Immer wieder machen Fragen wie diese in Uhrenforen die Runde. Hier muss man klar sagen, dass man bei alten Rolex-Uhren sicher immer vorsichtig sein sollte aber bedenken muss, dass das radioaktive Material in der Regel ja nicht in den Körper gelangt. Zudem ist die Strahlung so gering, dass man sie eher vernachlässigen kann.

Weiterführender Link zum Amt für Strahlenschutz: http://www.bfs.de/DE/themen/ion/anwendung-alltag/uhren/uhren_node.html

Feststeht: Jeder Uhrmacher und alle, die vorhaben eine Uhr zu öffnen, sollten tatsächlich gewarnt sein und müssen wissen, dass es hier ein Gesundheitsrisiko geben kann. Alle anderen, reine Uhrenträger und Sammler brauchen sich erstmal keine Gedanken machen, ob ihre alte Rolex Uhr gesundheitsschädlich sein könnte. Sicherlich hat es Uhrenfreunde verunsichert, dass Rolex öffentlich gemacht hat, alte Ziffernblätter einsammeln und entsorgen zu wollen, doch das hat ganz einfach mit rechtlichen Bestimmungen zu tun und mit dem Schutz von Mitarbeitern, welche in direkten Kontakt mit Uhrwerken kommen.

Besitzer sehr alter Uhren sollten zusätzlich bedenken, dass Tritium Ziffernblätter nach vielen Jahren (beispielsweise 40 Jahre) nicht mehr leuchten. Die Betastrahlung, um die es überhaupt geht, ist in solchen Fällen außerdem so gering, dass sie nicht das Uhrwerk oder den Uhrenboden durchdringt und kein Gesundheitsrisiko darstellen kann. Und unter Umständen wurde das Tritium bei einer Überarbeitung der Uhr so oder so bereits ausgetauscht.

Fazit: Tritium ist ein Beta-Strahler, dessen Strahlung abgeschirmt ist so lange man die Uhr nicht öffnet. Es spielt hier auch keine Rolle, ob das Uhrengehäuse aus Kunststoff oder Metall ist. Bedenklich sind alte Uhren mit radioaktiven Leuchtziffernblättern erst einmal nur für Menschen, die durch Arbeiten an Uhrwerken mit der radioaktiven Leuchtfarbe in direkte Berührung kommen können. Wird hier radioaktives Material vom Körper aufgenommen, kann es zu Gesundheitsschädigungen kommen. So lange die Leuchtmasse in der Uhr drin ist braucht man sich keine Gedanken machen. Absolut vorsichtig sollte man allerdings bei speziellen Militäruhren oder Instrumente, die vor 1965 hergestellt wurden, sein. (Diese sollten niemals geöffnet werden, in jedem Fall immer einen Fachmann hinzuziehen!)

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